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Kein militärischer Sicherheitsbereich in Jenfeld!

„Wer aus einer Universität eine Kaserne macht, sägt an der Wissenschaftsfreiheit! Wissenschaft dient dem allgemeinen Wohl und muss als staatlich finanzierte wissenschaftliche Einrichtung auch der Allgemeinheit zugänglich sein“, sagt Johan Graßhoff, Direktkandidat der Partei DIE LINKE für die Bundestagswahl im Wahlkreis Wandsbek.

Die 1972 in Jenfeld gegründete Universität der Bundeswehr, seit 2003 Helmut-Schmidt-Universität, soll nach dem Willen des Bundesverteidigungsministeriums „militärischer Sicherheitsbereich“ werden. Die Universität ist errichtet worden in dem festen Willen, dass sie für die Öffentlichkeit frei zugänglich und transparent ist. Das entspricht auch dem Leitbild der Bundeswehr als Parlamentsarmee und von Soldat*innen als Staatsbürger*innen in Uniform.

Die Helmut-Schmidt-Universität hat diese Transparenz seit ihrer Gründung auch gelebt. Es gab Tage der „Offenen Tür“, Bürger*innen hatten freien Zugang zum Gelände, zur wissenschaftlichen Bibliothek und zum Sportplatz, und auch Zivilist*innen studieren hier über Stipendien aus der Wirtschaft. Das soll jetzt vorbei sein. Einlass zur Universität wird nur noch in begründeten Ausnahmefällen gewährt. Deshalb soll der einzig verbliebene Eingang von bewaffneten Soldat*innen bewacht werden, was eine Waffenkammer auf dem Gelände erforderlich macht.

Für die Helmut-Schmidt-Universität muss jedoch weiterhin der Grundrechtsschutz des Grundgesetzes gelten, wonach Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind. Dazu Johan Graßhoff, Direktkandidat der Partei DIE LINKE für die Bundestagswahl im Wahlkreis Wandsbek: „Selten lässt sich Freiheit mit militärischen Mitteln schützen und schon gar nicht das Gelände einer bundesdeutschen Universität. Bewaffnete Eingangskontrollen wirken abschreckend und erzeugen Misstrauen über die Forschungsvorhaben.“

Nicht nur in der Nachbarschaft, auch in der Universität rumort es erheblich. Ein großer Teil der Mitarbeiter*innen und der Universitätsleitung fürchtet, dass die Universität ihren Charakter als eine offene internationale Wissenschaftseinrichtung verliert. „Eine militärische Einrichtung mit Schildern ‚Vorsicht Schusswaffengebrauch‘ an ihrer Tür gehört nicht nach Jenfeld. Der Hamburger Senat sollte sich jetzt massiv dafür einsetzten, das

Bundesverteidigungsministerium von seinen Plänen abzubringen und die HSU als offenen Ort für alle Hamburger*innen zu erhalten,“ so Graßhoff weiter. „Wenn die Zivilbevölkerung und damit der mäßigende Einfluss der Zivilgesellschaft auf die Bundesswehruni ausgesperrt wird, verlieren am Ende alle.“


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